Nicole's erster Kölnpfad mit 171km

Hier beginnt Nicoles Abenteuer auf dem Kölnpfad! Lasst euch von ihrer Motivation, ihrem Mut und ihrer Inspiration anstecken. Begleitet sie auf dieser 171 km langen Reise und lasst euch inspirieren, eure eigenen Grenzen zu überwinden.

Kölnpfad 2022 ein MEGA Abenteuer
Bereits für 2020 war ich schon angemeldet. Es war aber so, dass für das Jahr 2020 und 2021 die
Veranstaltung abgesagt wurde aufgrund von Corona. Nun sollte es endlich soweit sein. 2022 stand
der Durchführung der Veranstaltung nichts mehr im Wege. Jedoch konnte ich in der heutigen Zeit
nur hoffen, dass ich selbst nicht an Corona erkrankte und mir mein Körper und Kopf an diesen Tagen
keinen Streik spielten und volle 100% für mich da waren.
In der Woche zuvor reiste ich nach Brunsbüttel und nahm als Schlussläufer beim NOK-Marsch von
Nordmarsch zusammen mit C. teil. Während des Marsches auf 110lm hatten wir genug
Zeit um das nächste Wochenende durchzuplanen, denn auch C. war angemeldet zum Kölnpfad.
C. reiste Donnerstagabend aus Lensahn mit dem Zug nach Ennepetal weil wir das Ding
zusammen durchziehen wollten. Ich hatte ihr angeboten, dass Sie sich währenddessen in unserer
FEWO wie zuhause fühlen sollte. Ich holte Sie vom Bahnhof aus Ennepetal ab. Den Abend
verbrachten wir zusammen mit meinem Mann und den Kids bei leckerem Essen. Wir gingen zeitig zu
Bett, denn wir wussten, was uns die nächsten 2 Tage und Nächte erwartete.
Nach einem gemeinsamen Frühstück am Freitag in der früh brachte mein Mann uns um 6.00 Uhr
nach Köln. In Köln angekommen, kümmerten wir uns um unsere Startunterlagen und bekamen einen
Transponder für die Aufzeichnung der Strecke ausgehändigt.
Es gab das Kölnpfad T-Shirt 2022 was wir selbstverständlich anzogen. Einen Aufnäher, unsere
Startnummer, die brachten wir am Rucksack an (zum Glück hatte ich genügen Sicherheitsnadeln
dabei), ein Glückskeks sowie einige hilfreiche Info`s.
C. wurde von R., einem bekannten Mitwanderer angesprochen, ob wir S. mitnehmen
könnten.. na klar, dass geht… dann haben wir noch B. getroffen, sie erzählte uns, dass sie
alleine da ist, da ihre beste Freundin  leider kurz vorher wegen Krankheit absagen musste.
Auch B. schloss sich uns an.
Nun waren wir doch etwas aufgeregt, denn niemand kann sagen was auf so einer Strecke passiert.
Pünktlich um 8.00 Uhr ging es los. Es wurde runtergezählt und nun hieß es…hoffentlich funktioniert
alles… Bereits kurz nach dem Start kam dann der NICHT gewünschte Regen, sofort zogen wir unsere
Regenkleidung an. Es halt aber so gut wie nichts, denn der Regen war so stark, dass alles nass war.
Zunächst waren wir zu dritt unterwegs, wo S. abgeblieben war…wir hatten keine Ahnung,
irgendwie doch mit jemand anderem los. Nachdem der Regen aufhörte zogen wir die Regenkleidung
wieder aus, in den Schuhen hatte sich jedoch ein See gebildet, alles klatschnass.
Wir erreichten VP`s 1 an der Mühlheimer Brücke, dort wurden wir super versorgt. Nach einem
wirklich kurzem Stopp ging es weiter. Bei uns war alles perfekt, wir wanderten fröhlich weiter, hatten
nette Gesprächsthemen und die Zeit ging ruck zuck um und wir erreichten VP`s 2.
Auch hier wurden wir super versorgt, wir stärkten uns, lüfteten unsere Füße und trafen dort auch
Stefan, der von nun an mit uns weiter ging. Am späten Nachmittag dann, kurz vor VP 3 wurde es
dunkel und es bahnte sich ein erneuter Regen inkl. Gewitter an. Auf den letzten km dorthin haben
wir nochmal richtig HACKENGAS gegeben, damit wir nicht wieder in so eine Schauer hineinliefen.
Am VP`s 3 angekommen fing es an zu regnen. Das Team dort, hatte es nicht leicht, denn sie mussten
uns versorgen und gleichzeitig alles gegen Regen und Sturm inkl. Gewitter sichern, sogar der Pavillon
musste festgehalten werden, sonst wäre er weg geflogen.

Kurz vor VP`s 4 beschlossen wir unsere Füße zu lüften und uns trockene Socken anzuziehen. Oh je
dachte ich bei dem Anblick meiner Füße… die ersten Blasen kündigten sich an (dem Regen
geschuldet) und die Wanderkrätze schlug voll durch.
VP 5 erreicht, diese war von R.und P. hier gab es ein leckeres Sandwich und jede
Menge andere Köstlichkeiten. Leider konnte C. überhaupt nichts zu sich nehmen, Ihr ging es gar
nicht gut. Nach einer längern Pause machten wir uns wieder auf dem Weg.
Auf dem Weg zur VP`s 6 ging es C. immer schlechter, sie hatte erhebliche Kreislaufprobleme und
wurde verständlicher Weise auch langsamer. Am VP´s 6 angekommen, es war so ca. 4.45 Uhr ruhten
wir uns aus. Allerdings hatte B. große Blasen an den Füssen, so dass Sie beschloss aufzuhören.
C. ging es nach wie vor kreislaufmäßig echt „beschissen“ wir überlegten was wir tun sollten.
Letztendlich hat C.  sich entschieden dort auszusteigen und ich wollte es dennoch versuchen.
Beruhigend für mich war, dass ich wußte, dass mein Mann auf dem Weg zu C. war um Sie zu uns
nach Hause zu bringen, wo sie sich ausruhen konnte. S. hatte die Zeit genutzt um ein wenig zu
schlafen.
Ich machte mich wieder fertig für die nächste Teilstrecke. S. fragte, was ist mit C.  und
B.? Ich erklärte die Situation, er war traurig und von nun hieß es zu zweit weiter. Wir hatten
jede Menge Gesprächsthemen uns wurde nicht langweilig, nur etwas machte mich unruhig…S.
sagte, „ich guck mal wie es läuft, wäre toll wenn ich 100km schaffe“.
100km…ja das ist schon eine enorme Leistung…aber wenn es so wäre…muss ich dann alleine weiter.
Bei VP`s 7 erwartete uns ein Zelt mit Liegen, jede Menge essbares und der liebe Gott schickte uns „
Krista“ die Physiotherapeutin, sie war so gut zu unseren Füßen…Danke dafür…du bist die Beste. Auch
D.und B. von den Magaschlümpfen trafen wir hier.
Nach einer Pause ging es weiter zu VP`s 8. Angekommen erzählte uns diejenige, die uns hier
versorgte, dass es jetzt in die Todeszone geht…d.h. ca. 2-3 Stunden durch Felder ohne jeglichen
Schatten, kein Baum, kein nichts. Wir machten uns bereit für diese schwere Teilstück.
Mittlerweile hatten wir die Info von C., dass es Ihr wieder besser ging und Sie sich nun ausruht.
Sie feuerte mich immer wieder an…du schaffst das…du bist stark. Andererseits war ich richtig traurig,
dass wir das Ding nicht zusammen rocken konnten, denn wir hatten uns es so fest vorgenommen.
Wir beschlossen bei VP`s 9 eine längere Pause zu machen und auch zu schlafen. Es war heiß, die
Sonne brannte, wir waren fertig. An VP`s 9 wartete D. auf uns, die kenne ich aus der KölnpfadFamilie. Ich verpflegte meine Füße uns sagte Ihr „D., weck mich bitte in einer halben Stunde“
…mehr Zeit zum schlafen war nicht drin. S. ruhte sich ebenfalls aus. Nach einer halben Stunde
rüttelte und rüttelte Sie an mir, bis ich endlich wach war, S. hat schon gedacht, dass sie mich gar
nicht mehr wach bekommt.
Von nun an hieß es auch für S. „Aufgeben ist keine Option“, also ging es zu meiner Freude weiter
zu zweit. Wieder zurück auf der Strecke , rief mich P. an, der sich erkundigte wie es läuft. P.
wollte uns auf die letzten 35km begleiten und wir beschlossen, uns an VP`s 10 uns zu treffen.
An VP´s 10 in Bensberg wurden wir bereits erwartet, auch hier eine sehr nette und hilfsbereite
Truppe. P. kam mit dem Bus. Nach ein paar netten Gesprächen mit anderen Wanderern und
Läufern, ging es auf die nächsten 10km in Richtung der nächsten VP´s.

Ab jetzt hieß es wieder Lampen raus, die zweite Nacht bricht an. Auf dem Weg zur VP`s 11 machten
wir mitten im Wald eine kleine Sitzpause. Aufgrund des Lichtes meiner Stirnlampe wurde ich voneiner Hornisse angegriffen und verfolgt. Adrenalin pur, von 0 auf 100 in wenigen Sekunden, zum
Glück ist nichts passiert.
Unterwegs trafen wir noch S., deren Licht war ausgegangen und Sie hängte sich an uns. Als
Vierergespann ging es dann weiter durch die Nacht und den Wald.
An VP`s 11 angekommen, dass übliche Spiel… Rucksack ab, Schuhe und Socken aus, Füße versorgt. An
meinem kleinen Zeh hatte sich mittlerweile unter dem Tape eine megamäßige Blase gebildet. Ich
fragte S., ober mir ein wenig Licht spenden konnte, damit ich die Blase öffnen konnte. Gesagt,
getan, Blase aufgestochen und das Wundwasser schoss nur so heraus, dennoch hatten wir Spass.
Zu viert ging es weiter, unser nächstes Ziel die VP´s 12, also ….jetzt endlich…zum Glück die letzte
Station vor dem Ziel. Es ging wieder durch viel Wald mit noch einigen Anstiegen. Bei VP´s 12 schnell
die Füße versorgt und ne Kleinigkeit gegessen, dann schnell weiter, denn wir wollten nur noch ins
Ziel. 11km lagen nun noch vor uns.
S. und P. konnten das Tempo leider nicht mehr halten und vielen zurück, S. wurde
auch immer schneller…bis ich sagte „S. ich kann das Tempo nicht mehr halten, wenn du einen
Schritt machst, muss ich zwei machen“ …S. nahm Rücksicht und mit angepasstem Tempo kamen
wir auf die Zielgrade, wo wir bereits von einigen Mitwanderern, C. und meinem Mann erwartet
wurden.
Es war unvorstellbar, wir hatten es geschafft…das Zeil haben wir nach 43 Stunden und 57 Minuten
erreicht.
Ich bedanke mich bei allen, die Teil dieses einmaligen Abenteuers an diesen Tagen gewesen sind, ich
danke all denjenigen, die mich virtuell unterstützt haben…ich danke allen Helfern sowie demVeranstalter für dieses MEGA Abenteuer.
Danke, eure Wanderelly alias Nicole