Normal? Gehört dazu oder eher doch nicht? 

Was es mit mir machte, weil es anscheinend normal war

Meine Erinnerung an Weihnachten als Kind ist eher positiv als negativ. Es war einfach eine schöne Zeit, wir dekorierten  alles gemeinsam und Oma und Opa kamen immer am Heilig Abend. Über gemeinsames Essen , Gedicht vortragen und Geschenke verteilen war alles dabei. Meine Mama war sehr liebevoll mit allem und ich genoss diese Zeit. Sobald die Bescherung vorbei war...kam der Alkohol auf den Tisch. Als ich noch jünger war, störte mich das nicht so, ich war mit naschen und spielen beschäftigt. Später wurde es allerdings oft lauter und  mit besinnlichen Weihnachten hatte das dann nichts mehr zu tun. 

Am Morgen danach lag der Geruch vom kalten Rauch & Alkohol in der Luft...

Als Teenager war ich eher genervt dann und zog mich in mein Zimmer zurück, das Verhalten von allen wurde anstrengend. 

In dem Moment wo ich selber mit trank....tja....ich kannte es nicht anders und es war dann so. Über die Jahre endete das eher für mich in totalem Betrinken, mit Streitereien...und auch Beleidigungen..ich hatte  auch den Druck das es endlich was zu trinken gab und alles möglichst schnell lustig wird und Spass macht. Auch meine damaligen Partner wurden da mit involviert und das war auch nicht immer schön. Weihnachten stand für mich auch jahrelang mit Alkohol in Verbindung. Und dieser Druck,dass es endlich los geht mit der Trinkerei ...find ich ganz schlimm im Rückblick. 

Erst als ich in Köln wohnte und dort mein erstes Weihnachtsfest im Kreise meiner " neuen Familie" erlebte, wars das erste Mal nüchtern und was soll ich sagen, es war wunderschön. 

Silvester lief seit dem Moment wo ich Alkohol zu mir nahm, nie wieder ohne. Es ging garnicht ohne. Ich brauchte es um überhaupt in Stimmung zu kommen, um locker zu werden und alles was dazu gehört. Ich hatte wilde Silvester und es endete jedesmal in einem komplett verkaterten Neujahrstag.  Mein Vater sagte mal zu mir, halb betrunken ist raus geworfenes Geld, wenn dann richtig. Das wurde leider zu meinem Motto für viele viele Jahre. Silvester ohne war definitiv ein No go! 

Vor 3 Jahren stießen wir um Mitternacht an und dann entschied ich mich für Wasser...weil ich einmal am Neujahrstag keinen dicken Kopf wollte. Aus dieser Entscheidung ist eine Lebenseinstellung geworden und ich habe bis heute kein Alkohol mehr angerührt. Es war nicht geplant und geschah einfach so...und es war das beste was ich je entschieden habe. 

Silvester ohne Alkohol? Klares Ja!!! Es passiert nichts, man nimmt alles bewusst wahr, die Kinder lieben es und ich bin witziger denn je. Ich war über viele Jahre mental abhängig und es war auch nicht einfach alles im Kopf neu zu programmieren, aber es macht mich frei , einfach frei . Ich genieße Weihnachten und Silvester in vollen Zügen nüchtern und ich habe mir den Respekt meiner kleinen Familie zurück geholt. Denn auf  mich ist selbst an Silvester Verlass. 

Hast du ähnliches durch oder steckst du noch mitten drin ? Schreib mir, wir können gerne in den Austausch gehen.

Hab Mut zur Veränderung,  es lohnt sich 

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