Sarah's Wandergeschichte
Sarah habe ich über Instagram kennengelernt, noch nicht persönlich, aber schon reichlich über den Austausch. Hier geht's um ihre Geschichte & das Erlebnis wandern 😀

1. Wie und Warum begann deine Wanderleidenschaft
Die Frage ist für mich gar nicht so ohne weiteres zu beantworten. Ich war schon immer sehr sportlich unterwegs, auch sehr viel draußen(Radfahren, Inliner, Schwimmen, Schlittschuh). Zusätzlich bin ich als Jugendliche täglich mit meiner damals besten Freundin im Wald spazieren gegangen - ja, wirklich täglich.
Als wandern konnte man das aber noch nicht bezeichnen, der Kontakt zur Natur war mir aber damals schon sehr wichtig. Knapp 13 Jahre später, in einer entfernten und weniger Outdoor-Sport freundlichen Stadt, fing ich dann mit Sport im Fitnessstudio an.
Weitere 2 Jahre später mischte Corona alles auf, die Fitnessstudios schlossen vorerst komplett und ich war mit Mann und Sohn in einer damals noch 2-Zimmer-Wohnung gefangen. Ich dachte, mir fällt die Decke auf den Kopf. Ich musste raus und so versuchte ich, meine überschüssige Energie durch zügiges Gehen irgendwie loszuwerden. Irgendwann bin ich dann auf Videos von Outdoor mit Sebastian gestoßen und habe Interesse an immer längeren und abwechslungsreicheren Strecken bekommen und dann führte eins zum anderen.

Was gibt dir das Wandern, das draußen unterwegs sein? Was nimmst du mit?
Zunächst bin ich immer erstmal froh, wenn ich in Bewegung sein kann. Bewegung als solche macht mich einfach schon glücklich. Auf der anderen Seite freue ich mich über immer wieder neue Routen oder auch auf neue Entdeckungen auf vertrauten Strecken. Pflanzen, Pilze und Tiere begeistern mich seit Kindheitstagen an, da bin ich im Wald und auf Wiesen an genau der richtigen Adresse. :)
Auf längeren Strecken komme ich zudem in eine Art meditativen Zustand (sofern ich alleine unterwegs bin). Es tauchen Gedanken auf, über die ich mir zuvor teilweise seit Jahren keinen Kopf mehr gemacht habe oder ich habe plötzlich sehr intensive „Aha“-Momente zu Themen, bei denen ich zuvor komplett anderer Ansicht war. Als würde es mir wie Schuppen von den Augen fallen.

Was war bisher deine größte Herausforderung und hast du noch Ziele oder Routen, die du erwandern möchtest?
Meine größte Herausforderung bisher war der 100km Mammutmarsch NRW (damals noch mit Start in Wuppertal). Das war echt ne Hausnummer, vor allem mit den Höhenmetern und Schotterweg wenige Kilometer vor dem Ziel. Meine Ziele für dieses Jahr sind die 100km-Märsche in Köln und Frankfurt und
nächstes Jahr der Kölnpfad mit 171 km Länge. Sofern es sich ergibt möchte ich mit mindestens einer weiteren Person privat einen 196km Rundweg in der Frankfurter Region abmarschieren. Und ganz grundsätzlich möchte ich noch in vielen verschiedenen Gegenden Deutschlands wandern. Egal ob Schwarzwald, Eifel, Spreewald, Ostsee, ich finde alles reizvoll. Hauptsache es regnet nicht die ganze Zeit. 😉
Was hast du immer dabei ?
2-3 Liter Wasser, Geld, eine Kleinigkeit zum Essen und eine Powerbank sind immer dabei.
Wie gehst du über den Schmerz? Was treibt dich an?
Da muss ich ganz klar zwischen verschiedenen Schmerzstufen und Lokalisationen unterscheiden. Wenn es schmerzende Blasen an den Füßen sind, hoffe ich einfach, bald einen tauben Zustand zu erreichen und bis zum Ende durchlaufen zu können. Sollten sie von alleine platzen und extreme Schmerzen verursachen, kommt es auf die Menge der fehlenden Kilometer und der Größe des angerichteten Schadens an. Da ich einige orthopädische Vorschädigungen habe, kommt es auch hier auf die Intensität, die möglichen Folgeschäden und die verbleibenden Kilometer an.
Grundsätzlich fahre ich die Schiene, dass ich versuche es soweit wie möglich zu schaffen, jedoch ohne meinen Körper im Zweifel ernsthaft und langfristig zu schädigen.
Deine 3 Tips für Neueinsteiger?
- Fangt langsam an, übernehmt euch nicht, aber traut euch auch etwas zu. Meistens schafft man mehr, als man selbst glaubt! :)
- Wenn ihr sportliche Ziele verfolgt: Vergleicht euch nicht mit anderen, sondern nur mit euch selbst. Ihr kennt den Background von anderen nicht, nur euren eigenen! Es wird immer jemanden geben, der besser, schneller, muskulöser etc. ist. Lasst euch davon nicht runterziehen und fokussiert euch auf euch selbst.
- Kauft euch ein wirklich gut sitzendes Paar Sportschuhe. Eure gesamte Unterkörpermuskulatur wird es euch danken. Achtet aber darauf, wirklich einen für euch geeigneten Schuh zu finden. Nur weil der Supersportler oder Superinfluencer ein bestimmtes Modell einer bestimmte Marke trägt, müsst ihr das noch
lange nicht tun. Jeder Fuß ist individuell und so sind eben auch die Anforderungen an eure Schuhe.