Heute kommt Nicole zu Wort, ich habe sie über Ihren Instagram Account kennengelernt , weil sie mich durch Ihre witzige Art fasziniert hat, ob es um Lebensthemen geht oder um das Thema Bewegung, Training und weit wandern. Nicole hat was zu geben und vielleicht sagst du das auch nach dem Interview. Viel Spass beim lesen
Wie und wann begann deine Wanderleidenschaft?
Meine ersten Wandererfahrungen habe ich in meiner Kindheit gemacht: Urlaub in Bayern, und ich hatte eigentlich überhaupt keine Lust zu wandern. Meine Motivation war damals ziemlich überschaubar: ich bekam einen Stocknagel für meinen Wanderstock, wenn wir irgendwo oben angekommen waren. Und runter ging es mit der Seilbahn. Drunter hab ichs nicht gemacht! Und selbst mit diesen Anreizen hab ich ganz schön viel gemotzt unterwegs. Es gibt Fotos von mir, auf denen ich oben auf dem Gipfel eine ziemliche Schnute ziehe.Unterwegs habe ich gerne Junikäfer gesammelt und auch hier gibt es Fotos, auf denen ich mit einem kleinen Junikäfer in der Hand einen Anstieg hochkrabbele. Rückblickend würde ich sagen, ich brauche neben dem großen Ziel (Stocknagel = Medaille und Seilbahn = Finisherbier) auch viele kleine Zwischenziele: Naturerlebnisse, Gespräche, VP’s, Überraschungen, WhatsApp-Nachrichten etc.
Im Jahr 2000 lernte ich meinen heutigen Ex-Mann Peter kennen. Nach gerade einmal zwei Monaten zog ich bei ihm ein und kurze Zeit später sagte dieser Mann eines Samstagmorgens zu mir: „Komm, wir gehen heute wandern.“
Ich habe ihn angeguckt wie ein Auto und gesagt: „Waaaas!?!“Und er hat mich angeguckt wie ein Auto und gesagt: „Wie? Waaaaas!?!“Für mich war Wandern zu diesem Zeitpunkt ungefähr gleichbedeutend mit: „Sag mal, spinnst du?" Und bei ihm war offenbar eher die Vorstellung völlig absurd, dass man nicht wandern gehen könnte.
Ich war bereit, mich auch ohne Stocknagel und Seilbahn meinen motzigen Kindheitserinnerungen zu stellen und ging mit ihm im Taunus wandern. Unsere erste gemeinsame Tour führte uns zum Fuchstanz. Ich weiß nicht, wieviele Kilometer es waren, wie lange wir gebraucht haben und Höhenmeter waren mir bis dahin noch gar kein Begriff. Ich war einfach nur komplett abgenervt. Peter ist fast zwei Meter groß, hat entsprechend lange Beine, ist regelmäßig geritten, gelaufen und gewandert und hat noch 2-3 x pro Woche Fitnesskurse besucht. Ich hingegen machte zu diesem Zeitpunkt überhaupt keinen Sport. Ab und zu bin ich mal joggen gegangen – das war es dann auch schon. Nach dieser Tour meldeten sich auf beiden Seite berechtigte Zweifel, ob nach dem Anfangs-Rauschen einer neuen Liebe noch genügend Gemeinsamkeiten übrig bleiben würden.
An die nächste Wanderung erinnere ich mich ebenfalls noch gut: den Kühkopf. Diesmal hatte er extra eine relativ flache Strecke ausgesucht. Der Kühkopf ist tatsächlich größtenteils sehr flach, und die große Runde ist ungefähr 17 Kilometer lang. Trotzdem kam mir das damals ziemlich lang vor und ich "mimmiite" wieder. Peter war erneut ziemlich fassungslos, wie man so ein Wanderstoffel sein kann.Nächste Erinnerung: Südafrika. Wir hatten einen Nachtflug hinter uns, waren völlig aufgekratzt und wollten unbedingt etwas unternehmen. Wir blätterten im Reiseführer, was man in Kapstadt am Ankunftstag alles machen kann und Peter kam auf die glorreiche Idee: „Komm, wir wandern auf den Tafelberg!“ suchte uns eine Tour heraus, die mit zwei Stunden angegeben war und los gings.
Ich hatte dafür die perfekte Ausrüstung: irgendwelche profillosen Sneaker zum Reinschlüpfen , 2 Wasserflaschen mit je 500ml und der Reiseführer mit Kartenmaterial.
Was wir allerdings nicht wussten: Es gab unterwegs kaum Hinweisschilder und dementsprechend auch keine Kilometer- oder Zeitangaben, wie weit es noch bis nach oben war. Einen Tracker hatten wir nicht, Navigation gab es noch nicht - wir waren also ziemlich lost mit unserem Reiseführer und zudem noch nahezu allein unterwegs. Dann zog die berühmte Wolkendecke auf und Peter bekam Panik, weil er befürchtete, dass wir die letzte Fahrt der Seilbahn nicht mehr schaffen würden. Ich ließ mich anstecken und wir rannten kurzentschlossen quer durch die Botanik über den Tafelberg, weil das nach Abkürzung aussah. Danach waren wir zerkratzt von Dornen, ich am Heulen, denn noch immer war der Gipfel nicht in Sicht (das war so frustrierend….Du bist einen Anstieg hochgelaufen und dachtest “Jetzt sind wir da!” und dann…ging es um die Kurve und wieder weiter hoch. Der Gipfel kam einfach nicht in Sicht).
Die ganze Tortur dauerte eine Ewigkeit. Das Wasser war leer, nichts zu essen dabei, die Sonne, die Höhenmeter… Als wir dann endlich oben ankamen, war ich so fertig, dass ich weder die Aussicht richtig angeschaut noch die Seilbahnfahrt genossen habe. Ich war einfach nur komplett erledigt. Nach diesem Urlaub stand die Trennung im Raum. Stattdessen haben wir geheiratet 😃.
Im Zeitverlauf haben wir mit den Kindern Wanderungen, Spaziergänge und Ausflüge gemacht. Wir waren in Frankreich unterwegs und auch einmal in Australien. Aber solche Touren wie den Tafelberg haben wir nie wieder gemacht.Die Jahre vergingen, mein Status: alleinerziehende Mama (manche Dinge sind irgendwie schon vorher klar, wir wollen sie nur nicht wahrhaben 😉), verdiente mein Geld mit Nebenjobs und Aerobic-Kursen. Zwischendurch ging ich joggen und spazieren. 2017 kamen der Hund und tägliche Gassirunden in mein Leben.Corona. Und der Wunsch, mich regelmäßig mit anderen Menschen zu treffen und gemeinsam etwas zu unternehmen, war groß. Ich war damals schon seit vielen Jahren Fitnesstrainerin und habe deshalb aus dieser Teilnehmerschar eine Wandergruppe ins Leben gerufen. Mal zu dritt, mal zu acht - jeden Sonntag wandernd unterwegs.Parallel dazu war ich schon einen Halbmarathon gelaufen und hegte den Wunsch, irgendwann einen Marathon zu schaffen. Meine längste Laufdistanz waren zu diesem Zeitpunkt allerdings ungefähr 28 Kilometer – danach tat mir alles weh und ich war völlig erschöpft. Ich kam einfach nicht weiter. Und so schlug mir mein damaliger Freund vor: „Du könntest einen Marathon doch auch erst mal wandern.“Ich fand die Idee super, meinen Beinen die 42km erstmal auf diese Weise schmackhaft zu machen und versuchte sogleich, meine Wandergruppe zu motivieren, gemeinsam für dieses Ziel zu trainieren. Das Problem war nur: Meine Leute waren inzwischen ziemlich ausgeprägte Genusswanderer geworden. Die Touren wurden immer kürzer, dafür wurden die Pausen immer länger und ausgiebiger. Es wurde immer mehr gegessen und Schnaps getrunken. Völlig anderer Schwerpunkt! 😂Ich rief eine neue Gruppe ins Leben: Die Sportwanderer. Wir waren zu dritt und haben dreimal gemeinsam trainiert. Beim vierten Treffen sind wir schon die 42 Kilometer gewandert. In etwas unter 10 Stunden. Darum ging es allerdings zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht.
Als mein Ex-Mann 2022 verunglückte, im Koma lag und danach feststand, dass er gelähmt bleiben würde, wurde mir schlagartig bewusst, wie dankbar ich für meinen gesunden Körper sein kann. Dass es überhaupt nicht selbstverständlich und schon gar nicht garantiert ist, sich bewegen zu können.
Ich weinte viel, weil dieser große, schnelle Mann so plötzlich mit dieser neuen Situation konfrontiert wurde. Und weil ich gleichzeitig MEINEN Schmerz spürte, den ich mir selbst durch die jahrzehntelange Abwertung meines Körpers und meiner Leistungen zugefügt hatte.
Um all das zu verarbeiten, ging ich täglich Gassis mit über 20 Kilometern, feierte jeden Schritt, bedankte mich bei meinem Körper und weinte. Auch diese Phase ging vorbei, die Gassis pendelten sich wieder bei 5-8km ein und ich machte weiter meine Laufeinheiten. Wandern trat in den Hintergrund.
Ungefähr 2024 kam der nächste große Kick: die Extremmärsche.
Ich hatte etliche Videos von Menschen gesehen, die 100 Kilometer oder weiter gelaufen waren. Und dann sah ich ein Video von Eddie Paletti. Darin sagte er zu seinem Kumpel bei Kilometer 22 sinngemäß: “Das Ding ziehen wir durch, oder?” Beide lachten. Und ich dachte: „Bei Kilometer 22 ans finishen denken? Das ist doch noch ewig hin.“ Erst als er und Lenny bei Kilometer 30 durchs Ziel liefen, wurde mir klar: Die sind ja tatsächlich schon fertig. Da saß ich nun auf meinem Sofa, mit einer Tüte Chips in der Hand, und dachte: „Ach so. Nur 30 Kilometer“ - und wollte schon das nächste Video reinsuchten. Etwas ließ mich kurz innehalten…„Nur 30?“Nicole, Du sitzt auf dem Sofa, schaust YouTube und sagst "Nur 30km. Fräulein, mach das erstmal selbst, bevor Du übermütig wirst."Ich hatte Zeit, schnappte mir meine Wasserflasche und ging los. In genau den Klamotten, die ich anhatte: T-Shirt und Jeans-Shorts. Wie in Afrika: nur Wasser in der Hand und los - mal schauen, wie weit die Füße tragen.Also stapfte ich los. Und schaffte 17 Kilometer. Danach war ich fix und fertig – und ziemlich demütig. 😂
Ab da war ich angefixt...Videos von Wandersittich Arosarithe, Boris Outdoor, Der Eifelbomber, SannovsNatur, Dr. Urbex und Buttermütze waren nun mein täglich Brot. Aber ich schaute nicht nur, ich fing auch an zu trainieren. Nahm Verpflegung mit, zog mich vorausschauend an, plante Touren auf Komoot. Beschäftigte mich mit Instagram, vernetzte mich mit meinen Vorbildern, tauschte mich mit ihnen aus. Es entstanden Chatgruppen auf WhatsApp und von der Wandersocke bis zum optimalen Kameraequipment wurde alles bequatscht. Und irgendwann im Sommer 2024 meldete ich mich für den Mammutmarsch in Wiesbaden an. 30 Kilometer. Der Rest ist Geschichte (schaut gern auf YouTube!).
Was war bisher deine größte Herausforderung und musstest du schonmal abbrechen ?
Meine größte Herausforderung war für mich wahrscheinlich der 75-Kilometer-Mammutmarsch in Essen (Endgegner “light” - am Arsch!). Zuerst dachte ich spontan an den 100-Kilometer-Megamarsch Frankfurt, weil der natürlich auch unglaublich hart und lang und anstrengend war. Aber nachdem ich noch einmal darüber nachgedacht habe, ist mir eingefallen, dass der 75er für mich tatsächlich die größere Herausforderung war.Der entscheidende Unterschied war: Beim 75-Kilometer-Marsch war ich alleine unterwegs. Beim 100er hatte ich den Support meiner Freundinnen. Der 100er war körperlich extrem hart, aber beim 75er musste ich mich zusätzlich ganz alleine durchbeißen. Ich hatte zwar kein schlechtes Gewissen, weil ich immer langsamer und unmotivierter wurde…aber es gab auch niemanden, der mich abgelenkt, unterhalten oder getröstet hat. Und so habe ich mich immer tiefer in mein Mimimi reingedreht. Und genau DAS hat ihn für mich zu einer noch größeren Herausforderung gemacht.Die mentale Seite, das Durchhalten und die Frage, ob ich auch dann weitermache, wenn es richtig schwierig wird - sind meine wahren Endgegner. Und seit einem Jahr beschäftige ich mich mit der Frage, wie ich an den 100er im Oktober herangehe. Was hilft mir, was stresst mich?
Einen DNF habe ich noch nicht erlebt - schließe aber nicht aus, dass es im Oktober einer wird. Wir werden sehen - Daumen drücken ausdrücklich erwünscht!
Du bist ja bekannt für sehr lange Distanzen, was treibt dich an diese Wege zu gehen, was gibt dir dieses extrem lange unterwegs sein ?
Sie geht „sehr lange Distanzen“ - würden jetzt wahrscheinlich meine Eltern oder meine Kolleginnen sagen. Ich, die ich täglich Content aus der Wander- und Läuferszene konsumiere, würde dagegen sagen: Das sind eher mittlere Distanzen. 35, 42, 50 und 55 Kilometer sind noch in meiner „Komfortzone“. 60, 75 oder 100 Kilometer sind für mich wirklich lange Distanzen – und die habe ich bisher auch noch nicht besonders oft absolviert (jede genau einmal 😁).Eine mögliche Antwort auf das Warum/ den Antrieb: Beim Wandern bin ich komplett im Hier und Jetzt. Ich muss mich damit auseinandersetzen, was der Boden gerade hergibt, wie sich das Wetter entwickelt, Hunger und Durst stillen, meine Playlist meiner Verfassung anpassen, mich motivieren, mich bremsen, mich genießen und mich verfluchen (und dann auch wieder versuchen, damit aufzuhören 😄).Zu Hause sehe ich ständig, was alles gemacht werden muss. Manchmal reiße ich alles aus allen Schränken und fange an, neu zu sortieren. Wenn ich dann zum Beispiel auf die Toilette muss oder den Raum wechsle, kann es passieren, dass ich dort ebenfalls anfange, Schränke auszuräumen – oder plötzlich den Garten auf links drehe. Am Ende herrscht überall Chaos und irgendwann dann auch wieder Ordnung. Ich kann es einfach nicht stehen lassen. Also mache ich immer weiter, über meine Lust und meine Energie hinaus. In mir jammert und motzt es irgendwann, aber ich MUSS es fertig machen. Und wenn ich endlich fertig bin, sehe ich trotzdem noch tausend andere Dinge, die ebenfalls gemacht werden müssen. So kann ich mich wahrscheinlich bis an mein Lebensende beschäftigen….Beim Wandern durchlaufe ich ganz ähnliche Zyklen, merke ich gerade beim Schreiben - danke für diese Frage! Nur macht mir das Wandern deutlich mehr Freude. Glaub ich 😄
Gehst du lieber alleine oder in der Gemeinschaft ?
Ich gehe sehr gern alleine. Da muss ich keine Rücksicht nehmen. Ich neige dazu, mich viel zu sehr anzupassen, und dann habe ich irgendwann das Gefühl, nicht mehr „meinen Marsch“ zu laufen.Auf kürzeren Distanzen, sagen wir bis etwa 50 Kilometer, ist beides völlig ok. Wenn ich alleine bin, kann ich mein eigenes Tempo bestimmen, meine Pausen machen, meine Musik hören, wenn mir danach ist, und einfach auf mich und meinen Körper hören. In Gemeinschaft gibt es immer was zu bequatschen und die Zeit verfliegt.
Schwieriger wird es, wenn das Energielevel deutlich sinkt. Sobald die Luft raus, die Motivation vom Anfang verflogen ist, kämpfe ich nicht nur mit meinem „Ich will nicht mehr, es ist noch sooooooo weit“ Gejaule, sondern zusätzlich mit Gedanken wie: „Du bremst die anderen aus“, „Du kannst doch jetzt nicht schon wieder Musik hören“ oder „Die anderen sind noch viel fitter und besser gelaunt als du.“Dieses Gefühl, jemandem zur Last zu fallen, wird dann zu einem zweiten Kampf. Gerade bei sehr langen Distanzen wird es für mich deshalb schwieriger, bei mir zu bleiben und meinen eigenen Rhythmus zu finden, wenn jemand dabei ist, der eigentlich schneller oder noch voller Energie ist.Gleichzeitig merke ich aber: Je länger die Strecke wird, desto wichtiger kann Gemeinschaft trotzdem sein. Bei 75 oder 100 Kilometern ist es irgendwann vielleicht sogar besser, jemanden an meiner Seite zu haben, als ganz alleine durch diese Tiefpunkte zu müssen. Dann muss ich zwar lernen, mein schlechtes Gewissen und den Gedanken, eine Belastung zu sein, auszublenden – aber dafür habe ich jemanden, der mich durch einen Moment trägt, in dem ich alleine vielleicht viel stärker mit mir kämpfen würde.
Ich glaube deshalb: Bei sehr langen Distanzen kann Gemeinschaft unglaublich wertvoll sein – vorausgesetzt, ich schaffe es, weiterhin meinen eigenen Marsch zu laufen, statt mich in Schuldgefühlen zu verlieren, weil ich denke, ich bin eine Belastung.
Wie gehst du mit eventuellen Schmerzen um oder auch mit Schlafmangel?
Schlafmangel hatte ich bisher erst zweimal bei solchen Herausforderungen. Dazu kann ich deshalb noch nicht wirklich viel sagen.
Zum Thema Schmerzen: ich nehme grundsätzlich ungern Schmerzmittel, aber ich habe gelernt, dass es mir besser tut, Schmerzen früher ernst zu nehmen und entsprechend zu reagieren, statt sie lange auszuhalten. Schmerzen fressen mein Mindset.Sobald bei mir das innere Gejammer losgeht, mache ich erst einmal einen kompletten Check: Ist meine Blase voll? Wann habe ich das letzte Mal etwas gegessen? Habe ich genug getrunken? Ist ein Stein im Schuh? Reibt irgendwo etwas? Tut mir etwas weh? Erstaunlich oft verdränge ich körperliche Impulse lange – volle Blase!!! – bis irgendwann das Genörgel losgeht. Spätestens dann weiß ich: Irgendwo im Körper fehlt oder stört etwas. Oder etwas muss raus (hab mal gehört, dass neurodivergente Menschen ihr Pipi einhalten, weil das wohl Dopamin freisetzt, wenn man dann endlich pinkeln geht 😂).
Und manchmal sind es tatsächlich Schmerzen, die sich langsam aufgebaut haben und die ich vorher einfach nicht richtig wahrgenommen oder verdrängt habe.Ich habe also gelernt, mein inneres Gejammer nicht nur als „Ich habe keinen Bock mehr“ abzutun, sondern als eine Art Warnsignal zu verstehen. Erst einmal herausfinden, was mein Körper gerade braucht – und dann entscheiden, was ich tun kann. Das hilft mir meistens deutlich besser, als einfach nur die Zähne zusammenzubeißen. Und mittlerweile nehme ich mein “Aspirin direkt” ohne schlechtes Gewissen. Der Nutzen überwiegt einfach. Denn nicht nur die Schmerzen lassen auch - auch das ständige Genörgel hört auf.
Was hast du immer dabei ?
MediKit im Rucksack:
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Aspirin direkt (Einnahme ohne Wasser)
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Blasenpflastern
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normalen Pflastern
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Ibu
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Verbandmull
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Lefax
MediKit im Hipback (schneller griffbereit):
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Aspirin direkt (Einnahme ohne Wasser)
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Lefax
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Magnesium
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Desinfektionsgel zum “Händewaschen” zwischendurch
Essen und Trinken:
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Wasserblase
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Kaugummis und Pfefferminz
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Riegel
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Quetschi
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Gummibärchen
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Taschentücher
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Silikonbecher
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Ziplock-Beutel
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Göffel – also die Mischung aus Löffel und Gabel
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hydrolysierte Maisstärke (bei Märschen über 50km)
Kleidung + Wetterschutz:
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im Sommer mein Wanderhemd mit UV-Schutz, Käppi und das Airflip-Towel
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Im Winter mein Scarf aus Vlies, Mütze, Handschuhe
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je nach Wetterbericht: Regenjacke
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Und das ALLERALLERWICHTIGSTE: Schirm! Der hilft nämlich nicht nur bei Regen. 😉
Technik und persönliche Dinge:
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Handy mit Komoot
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Uhr mit Streckenführung
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Kopfhörer
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Kamera
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Powerbank (ab sofort 2)
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Stirnlampe
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Anhänger mit Glücksbringern = alle Marsch-Bändchen plus meine persönlichen Glücksbringer
Sonstiges:
Bei Höhenmetern sind die Stöcke im Gepäck. Stützen nicht nur physisch sondern auch mental (sehr hilfreich bei Höhenangst!)
Deine Tipps an Neueinsteiger
Einfach machen und schauen, wie weit die Beine tragen. Wenn es Spaß macht, weitermachen. Genießen, spüren, fühlen – und vor allem: in der Natur sein.Von einer, die jahrzehntelang jede Strecke nach Pace und Geschwindigkeit bewertet hat und dadurch sehr oft unzufrieden mit sich war, weil die Lücke zwischen dem, wie sie gerne wäre, und dem, wie sie tatsächlich ist, so groß erschien: Man kann sich an Pace und Geschwindigkeit orientieren – muss man aber nicht. Man kann auch einfach ohne all das die Zeit genießen und stolz auf sich sein.
Es macht Spaß, sich Herausforderungen zu stellen und dafür zu trainieren. Wenn es einem aber nach 30 Kilometern und siebeneinhalb Stunden schlecht geht, nur weil man eigentlich sechs Stunden schaffen wollte, dann ist man vielleicht manchmal einfach zu streng mit sich selbst.Das sage ich als jemand, der sich sein Leben lang angetrieben und dadurch viel zu oft die eigene Leistung abgewertet hat. Irgendwann darf es auch einfach mal gut sein.
Macht euch nicht kaputt. Seid stolz auf euch. Jeder Kilometer zählt – und jeder geliebte, jeder gelebte Moment.Und wenn am Ende nicht die geplante Pace herauskommt, sondern einfach ein wunderschöner Tag draußen, an dem ihr mehr geschafft habt, als ihr vielleicht vorher gedacht habt, dann ist das ein Erfolg. PUNKT 😀
Nicole
Nicole zeigt lebensnah wie sich so eine Wanderleidenschaft entwickeln kann, selbst wenn man in jungen Jahren komplett dagegen war ( ich war übrigens auch ein Wandermuffel) , wie man als Mutter und Ehefrau mit allen Hürden trotzdem seine Ziele erreichen kann und wie unendlich gut es tut, es einfach zu machen. Danke Nicole, für mich bist du wahrlich eine Inspiration