Der Ruf des Caminos
Begleitet Constanze auf ihrem Weg des Caminos, wie sie die Entscheidung für sich fällt, was Ihr Antrieb war und was sie dabei erlebte für sich.
Constanze begegnete ich auf eines der 4 Schritte auf dem Kölnpfad und wir kamen gleich ins Gespräch, mich faszinierte ihr Weg sofort und Ihre Reise als Pilgerin fesselte mich. Eine Frau, ein Weg...eine Entscheidung fürs Leben.

Es war der 11.11.2022. Sessionsauftakt im Kölner Karneval, kurz bevor ich dreißig wurde. Ein Freund strahlte mich an und sagte: „Conzi, bald hast du Geburtstag. Dann beginnt deine Zeit. Das wird dein Jahr. Das hab ich im Gefühl!“.Seine Euphorie war zwar ansteckend und doch zog sich alles in mir zusammen. Auch wenn es nach außen nicht den Anschein machte, war ich innerlich sehr weit davon entfernt, „meine beste Zeit“ zu leben. Liebe, Gesundheit, Beruf – es war fast egal, wo ich in meinem Leben hinschaute. So richtig glücklich war ich dabei nicht. Ich fühlte mich wie ein Alien. Pläne, die ich noch vor Jahren voller Vorfreude geschmiedet hatte, gingen nicht auf. Träume zerplatzten wie Seifenblasen auf dem Boden der Tatsachen. Und durch chronische Krankheiten konnte ich mich nicht einmal auf meinen eigenen Körper verlassen.Ein halbes Jahr später saß ich mit einer Freundin auf dem Balkon und erzählte von allem, was mich umtrieb. Dass ich mal raus, ein bisschen rumlaufen und den Kopf frei bekommen müsse. Am liebsten so weit weg wie möglich. Nur reichten meine finanziellen Mittel sowie meine noch verbliebenen Urlaubstage nicht aus, um eine Fernreise zu machen. Damals ein Dilemma ohne richtige Lösung. Bis meine Freundin mich anschaute und mit großen Augen fragte: „Warum gehst du denn nicht einfach pilgern?“