Urlaubsstart in Oberollendorf 

Eigentlich hatte ich für diesen Tag eine ganz andere Wanderung geplant. Doch manchmal sind es genau diese spontanen Entscheidungen, die uns die schönsten Erlebnisse schenken. Irgendetwas zog mich an diesem Morgen Richtung Königswinter. Ich hatte Lust auf Natur, auf Höhenmeter und vor allem auf einen traumhaften Ausblick. Also wurde der Plan kurzerhand geändert.Das Wetter spielte perfekt mit. Angenehme 28 Grad, blauer Himmel und die Vorfreude auf einen Tag draußen. Schnell war der Rucksack mit dem Nötigsten gepackt – was ich auf solchen Touren dabeihabe, findet ihr übrigens auch auf meinem Pinterest-Profil – und schon ging es über die Autobahn Richtung Bonn. Gegen 9 Uhr startete ich meine Wanderung in dieser wunderschönen Gegend.

Schon nach den ersten Metern wurde klar: Heute würde es nicht gemütlich werden. Der Weg führte direkt bergauf. Genau das liebe ich aber am Wandern. Jeder Anstieg fordert den Körper, gleichzeitig wird der Kopf mit jedem Schritt freier. An den Füßen hatte ich diesmal Wrightsocks. Diese doppellagigen Wandersocken transportieren bei warmen Temperaturen den Schweiß für mich deutlich besser ab. Natürlich reagiert jeder Fuß anders und jeder sollte seine eigenen Erfahrungen machen. Für mich haben sie sich an diesem Tag absolut bewährt.Nach etwa sieben bis acht Kilometern kam dann der Moment, der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Plötzlich öffnete sich der Wald und vor mir lag dieser atemberaubende Blick über die Weinberge. Ich blieb einfach stehen. Solche Augenblicke kann man kaum beschreiben. Man muss sie erleben. Diese Weite, dieses satte Grün und der Blick bis zum Horizont haben mich tief berührt. Genau wegen solcher Momente schnüre ich immer wieder meine Wanderschuhe.

 

Ich liebe diese Weitsicht. Sie erinnert mich daran, wie klein viele Sorgen eigentlich sind. Während ich dort stand, wurde mir wieder bewusst, warum Wandern für mich so viel mehr ist als nur Bewegung. Es ist mein Ausgleich, meine Kraftquelle und manchmal sogar meine beste Therapie. Mit jedem Schritt fällt ein Stück Alltag von mir ab. Gedanken werden leiser, Probleme verlieren an Gewicht und ich komme wieder bei mir selbst an.Obwohl der Weg immer weiter anstieg und die Beine arbeiteten, fühlte ich mich unglaublich leicht. Ich war einfach glücklich. Dieses Gefühl von Freiheit kann mir kein Fitnessstudio und kein Fernsehabend schenken. Es entsteht nur draußen in der Natur. Dort, wo der Wind durch die Bäume rauscht, Vögel singen und man den Duft des Waldes tief einatmet. Dort werde ich geerdet. Dort tanke ich neue Energie und vor allem Dankbarkeit.Mit einem Dauergrinsen im Gesicht führte mich der Weg später wieder durch schattige Wälder zurück ins Tal. Dabei entdeckte ich so viele kleine Dinge am Wegesrand, die man im hektischen Alltag oft gar nicht wahrnimmt. Kleine Blumen, Schmetterlinge, besondere Baumstämme oder einfach das Sonnenlicht, das zwischen den Blättern hindurchfiel. Genau diese Kleinigkeiten machen für mich eine Wanderung besonders, an einer Ecke gab's Schnitzereien,  total schön. 

Ich glaube, achtsames Wandern verändert den Blick auf die Welt. Wer langsam unterwegs ist und wirklich hinschaut, entdeckt Dinge, die anderen verborgen bleiben. Es geht nicht immer darum, möglichst viele Kilometer zu sammeln oder besonders schnell zu sein. Manchmal geht es einfach nur darum, den Moment bewusst zu erleben.

Ein Satz begleitet mich dabei immer wieder: „Wo man zu Fuß war, war man wirklich.“ Genau so empfinde ich es. Jeder Schritt verbindet mich ein kleines Stück mehr mit der Natur und auch mit mir selbst. Vielleicht ist genau das der Grund, warum ich nach jeder Wanderung nicht nur körperlich müde, sondern gleichzeitig innerlich erfüllt nach Hause komme.Wenn ihr eine abwechslungsreiche Tour mit wunderschönen Ausblicken sucht, kann ich euch diese Strecke von Herzen empfehlen. Den Komoot-Link mit allen Daten findet ihr unter diesem Beitrag. Vielleicht erlebt ihr dort euren ganz persönlichen Lieblingsmoment – so wie ich zwischen den Weinbergen von Königswinter.