Wenn der eigene Weg plötzlich schwerer wird
Manchmal dachte ich, wenn ich mein Leben erst einmal verändert habe, wenn ich neue Ziele habe und wieder nach vorne schaue, dann wird es irgendwann leichter.
Und tatsächlich hat sich viel verändert. Ich habe neue Wege gefunden, bin beim Wandern über meine Grenzen gegangen und habe Dinge geschafft, die ich mir früher vielleicht gar nicht zugetraut hätte.
Doch das Leben verläuft nicht immer in die Richtung, die wir uns wünschen.
In diesem Jahr hatte ich ein großes Ziel: 100 Kilometer wandern. Ich hatte mich lange darauf vorbereitet, mich darauf gefreut und viel dafür getan. Dann wurde die Veranstaltung wegen der Hitze abgesagt.
Natürlich war ich enttäuscht. Nicht nur, weil eine besondere Wanderung ausfiel, sondern auch, weil ich so lange auf diesen Moment hingearbeitet hatte.
Danach wollte ich vieles verbessern. Meinen Körper, meine Fitness, meine Projekte. Meine Website sollte wachsen, Pinterest sollte besser laufen, und ich wollte immer weiter vorankommen.
Ich mag diese Dinge wirklich. Aber irgendwann habe ich gemerkt, dass mir die Luft ausgeht.
Dass selbst Dinge, die mir Freude machen, plötzlich zu Aufgaben werden können. Dass ich ständig darüber nachdenke, was ich morgen besser machen könnte. Und dass ich dabei ein Stück weit den Kontakt zu mir selbst verliere.
Auch mein Umgang mit dem Essen ist schwieriger geworden. Das möchte ich nicht beschönigen. Ich merke, dass ich Unterstützung brauche, und ich werde sie mir holen.
Vielleicht gehört auch das zu einem veränderten Leben: zu erkennen, dass man nicht alles allein schaffen muss.
Früher hätte ich möglicherweise versucht, einfach weiterzumachen. Noch disziplinierter zu sein. Noch mehr an mir zu arbeiten.
Heute möchte ich lernen, genauer hinzuschauen.
Nicht jede schwierige Phase ist ein Rückschritt. Nicht jede Pause bedeutet Stillstand. Und nicht jeder Tag muss zeigen, dass wir etwas erreicht haben.
Ich weiß noch nicht genau, wie mein Weg von hier aus weitergeht. Aber ich muss auch nicht schon alle Antworten haben.
Vielleicht bedeutet Veränderung manchmal nicht, noch mehr aus sich herauszuholen. Vielleicht bedeutet sie, sich selbst wieder zuzuhören.
Und wenn du gerade an einem ähnlichen Punkt stehst, dann möchte ich dir sagen: Du musst nicht so tun, als wäre alles gut. Du darfst dir Hilfe holen. Du darfst langsamer werden. Und du darfst deinen Weg neu sortieren, ohne alles infrage stellen zu müssen, was du bisher geschafft hast.
Das Leben läuft nicht immer rund. Aber das bedeutet nicht, dass wir unseren Weg verloren haben.